Als Vorsitzender des Rates der Stadt Celle hat Joachim Falkenhagen in der Sitzung des Rates vom 3. April 2025 der Opfer des Massakers gedacht:
Am 8. April 1945, vier Tage vor der Ankunft alliierter Truppen, wurde Celle Ziel eines umfangreichen Luftangriffs. Dabei wurde die heute nicht mehr existierende „Marienstrasse“ zerstört und auf einem Rangiergleis des Güterbahnhofs ein Zug getroffen. Offene Güterwagen transportierten über 3000 Männer, Frauen und Jugendliche wie Vieh. Sie sollten von einem anderen Konzentrationslager nach Bergen-Belsen gebracht werden.
Als Häftlinge, die den Bomben entgangen waren, versuchten sich in Sicherheit zu bringen, machten Angehörige der NSDAP, der Wehrmacht, der Polizei sowie des Volkssturms im Stadtgebiet und im nahegelegenen Neustädter Holz Jagd auf sie und richteten ein Blutbad unter ihnen an. Celler Bürger schlossen sich dem Aufspüren der Häftlinge freiwillig an und töteten ebenfalls. Die Zahl der ermordeten Menschen ging in die Hunderte.
Diesem Geschehen hat die Stadt Celle 1992 ein Mahnmal in den Triftanlagen gewidmet. Es trägt die Inschrift
“Den KZ-Häftlingen aus ganz Europa, die vom 8. bis zum 12. April 1945
in
Celle Opfer nationalsozialistischer Unmenschlichkeit wurden”
80 Jahre nach diesen fürchterlichen Ereignissen müssen wir feststellen, dass der Nationalismus in Gesellschaft und Politik wieder hoffähig wird.
Nichts anderes als Nationalismus ist die MAG-Bewegung in den Vereinigten Staaten.
Nichts anderes als nationalistisch sind Parteien, die mit bewussten Provokationen und NS-Vokabular Fremdenfeindlichkeit schüren.
Wir Deutsche haben erlebt, wohin der Nationalismus führt.
Vor diesem Weg zu warnen, ist unsere Aufgabe.
Sich an die Folgen zu erinnern, ist für manchen unbequem aber notwendig und unvermeidlich.
Und weil auch Celler Bürger sich an den unmenschlichen Taten dieses 8. April 1945 beteiligt haben, bittet der Rat der Stadt Celle, 80 Jahre nach dem Geschehen, um Vergebung für diese schrecklichen Taten und erinnert zugleich an alle zivilen Opfer des Luftangriffs zwischen Fuhsestraße und den Bahngleisen.